Atmen Sie öfter tief durch

Viele Menschen haben im hektischen Alltag keine Zeit für einen längeren Aufenthalt an der frischen Luft. Die ist für unser körperliches und auch seelisches Gleichgewicht jedoch enorm wichtig und schon ein paar gezielte Verhaltensmaßnahmen können Wunder bewirken.

Artikel vom Fr, 08. Dezember 2017

Frische Luft, Elixier für Körper und Geist

  • Stundenlanges Sitzen am Schreibtisch, lange Autofahrten und der Aufenthalt in vorwiegend geschlossenen Räumen führen auf Dauer zu nachlassender Konzentration, Ermüdung, Abgeschlagenheit und sogar zu Kopfschmerzen. Bewegungs- und Sauerstoffmangel beeinträchtigt auch unser seelisches Wohlbefinden. Wir fühlen uns nicht mehr wohl, werden unzufrieden, worunter in der Folge unsere gesamte Leistungsfähigkeit leidet. Wir bekommen ein wachsendes Bedürfnis nach frischer Luft, natürlichem Licht und Bewegung.
  • Unter diesen Umständen wirkt Frischluft wie eine Erholungskur, wenn wir die Fenster für ein paar Minuten weit öffnen und die Räume durchlüften. Noch besser ist es, vor allem nach längerer geistiger Anstrengung, gleich einen kurzen Spaziergang im Freien zu machen und sich etwas zu bewegen, z.B. in der Mittagspause, auch bei schlechterem Wetter. Die kühlende, ausgleichende und regenerative Wirkung von frischer Luft macht sich sehr schnell bemerkbar.
  • Bewegungsmangel ist vor allem bedingt durch sitzende Tätigkeiten und führt nicht nur zur Versteifung des Rückens, von Muskeln und Gelenken, sondern auch zu einer flacheren Atmung, die dann fast nur den oberen Bereich des Brustkorbs umfasst. Durch Bewegung und Sport an der frischen Luft kommt unser Körper wieder in Schwung. Er geht automatisch in die tiefere Zwerchfell- bzw. Bauchatmung über, welche unsere natürliche Atmung ist, die wir schon als Babys kannten. Unsere Organe und Muskeln sowie unser Gehirn werden wieder optimal mit Sauerstoff versorgt.
  • Wer nicht genug Zeit hat für einen Spaziergang im Freien, dem sei empfohlen, das Fenster weit zu öffnen und für drei bis fünf Minuten Dehnübungen auszuführen. Das zusätzliche bewusste und tiefe Ein- und Ausatmen bis in den Bauch hinein erhöht den Effekt des Stretchings - der Bauch hebt und senkt sich dabei, nicht nur der Brustkorb bzw. Thorax. Die Tiefenatmung ist, wenn sie korrekt erfolgt, bis in die Flanken, dem unteren äußeren Bereich des Rückens, der jedoch noch zur Bauchregion gehört, spürbar.
  • Atemtechniken, wie man sie z.B. aus dem Yoga kennt, sind leicht zu erlernen und an nahezu jedem Ort durchführbar, am besten natürlich im Freien. Schon für sich alleine genommen sind sie bereits ein wunderbares Mittel, wenn man sich müde und abgespannt fühlt und nur wenig Zeit hat für ausgiebige Erholung. Sie beleben und bauen vor allem psychische Spannungen ab.
  • Ausreichend Bewegung an der frischen Luft ist besonders im Winter wichtig, wenn die Schleimhäute der Atemwege unter der meist trockenen Heizungsluft in Büro- und Wohnräumen leiden. Sind die Schleimhäute trocken und gereizt, können sie ihre natürliche Schutzfunktion gegenüber krankheitsauslösenden Erregern nicht mehr richtig erfüllen.
  • Erkältungskrankheiten entstehen nicht etwa, wie vielfach angenommen, durch direkten Kälteeinfluss, sondern durch weitergegebene, krankmachende Keime. Die Kälte schwächt lediglich das Immunsystem, wenn der Körper nicht an sie gewöhnt ist, so dass er anfälliger wird und Krankheitserreger leichteres Spiel haben. Daher empfehlen sich regelmäßige, ausgedehnte Spaziergänge und Outdoor-Sport, gerade auch im Winter, um die Abwehrkräfte zu unterstützen sowie spezielle Luftbefeuchter, wenn zuhause oder im Büro die Raumluft das ganze Jahr über eher trocken ist
  • Gezielte Kältereize wie das kurzzeitige, kalte Abduschen (nach dem Warmduschen oder dem heißen Bad in der Sauna) und auch das Atmen an der frischen, kalten Luft, härten unseren Körper ebenfalls ab und machen ihn widerstandsfähiger gegenüber Infekten. Dabei sollten Sie darauf achten, bei besonders kalten Außentemperaturen überwiegend durch die Nase zu atmen.
  • Die Nase filtert, erwärmt und befeuchtet die eingeatmete kalte Luft und reabsorbiert auch einen Teil der Flüssigkeit wieder bei der Ausatmung, Hals und Rachen werden geschont. Leichte körperliche Bewegung mit warmer Kleidung an der frischen Luft ist sogar sinnvoll bei einer bereits eingetretenen Erkältung, sofern man sich nicht zu schwach fühlt und kein Fieber hat. Sie regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an und fördert die Genesung.
  • Gesunde, saubere Luft aus einer natürlichen Umgebung ist leider keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit. Die Belastung durch Smog und Feinstaub hat zugenommen und mindert die Qualität der Umgebungsluft zum Teil erheblich. Dies ist sowohl national als auch international häufig ein sehr großes Problem, besonders in Großstädten und Ballungsräumen mit viel Straßenverkehr und Industrieanlagen. Aber auch Innenräume, in denen beispielsweise viel geraucht wird, weisen eine nicht geringe Menge an Schadstoffen auf, vor allem Feinstaub und Formaldehyd, was nicht nur die Gesundheit der Raucher gefährdet, sondern auch die der Nichtraucher.
  • Es hat seine Gründe, warum insbesondere Metropolbewohner stadtnahe Waldgebiete aufsuchen. Das Waldklima ist durch die geringere Sonneneinstrahlung kühler, feuchter und besonders sauerstoffreich. Die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt bewirken einen ständigen Luftaustausch, so dass reine und qualitativ bessere Luft in die Siedlungsgebiete gelangen kann; der große Baumbestand filtert Staub, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft.
  • Der Wald dient nicht nur Stadtbewohnern als Ort der Erholung und für Freizeitaktivitäten. Waldgebiete werden von vielen Menschen als ursprüngliche Natur empfunden, die nicht nur viel frische und saubere Luft bieten, sondern durch die unterschiedlichsten Naturgeräusche wie Vögel und fließendes Wasser von Bachläufen, auch Ruhe und Entspannung für Körper und Geist vermitteln. Die Umgebungsluft im Gebirge kann sogar heilsam sein. So verhält es sich auch mit der salzhaltigen und feuchten Meeresluft. Mediziner sprechen hier vom sogenanntem Reizklima. Es ist besonders gut für Menschen mit Atemwegserkrankungen, für Asthmatiker und Allergiker. Die dünne, trockene Luft der Berge, idealerweise mit einer erhöhten Sonneneinstrahlung, soll den körperlichen Abwehrmechanismus stimulieren und auch bei anderen Zivilisationskrankheiten das Befinden verbessern.
  • Am Meer sorgen starke Winde dafür, dass Salze, Jod, Magnesium und Spurenelemente aus dem Meerwasser in die Luft gelangen, so dass auch in diesem Klima das Abwehrsystem von Atemwegserkrankten und Allergikern angeregt wird und diese Linderung ihrer Beschwerden erfahren können. Für Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte ist die heilende Wirkung des Meerwassers auf ihre Haut ein weiterer, positiver Effekt.
  • Gerade wenn in der kalten Jahreszeit die Sonne länger herauskommt, sollten Sie möglichst viele freie Minuten für einen Aufenthalt draußen nutzen. Ob in den Bergen, im Flachland oder am Meer. Nicht nur wegen der trockenen und häufig auch zu warmen Heizungsluft, die ein richtiger Stimmungskiller sein kann, uns ermüdet und auch den Atemwegen nicht guttut. Viel frische Luft und Sonnenlicht bewirken unterschiedlichste Prozesse im Körper. Einer davon ist die Bildung von Vitamin D.
  • Unser Körper braucht auch und vor allem im Winter dieses wichtige Vitamin und das bildet er hauptsächlich über die UV-Strahlung der Sonne. Vitamin D3 (Cholecalciferol) entsteht in unserer Haut. Zusammen mit Calcium ist es wichtig für gesunde Zähne und starke, belastbare Knochen. Es stärkt auch das Immunsystem sowie Herz und Kreislauf. Auch das Stimmungshormon Serotonin, das uns zu guter Laune verhilft und sogar Glücksgefühle auslösen kann, entsteht in unserem Gehirn unter dem Einfluss von Vitamin D3.