Das Beste steckt in der Schale

Die Schale und die Haut von Zitrusfrüchten enthalten bemerkenswerte Pflanzenstoffe für unsere Gesundheit. Weshalb Sie sie nicht wegwerfen, sondern ebenfalls verwerten sollten.

Artikel vom Mo, 01. Mai 2017

Viel mehr als nur Fruchtsaft

Wir alle wissen, dass Zitrusfrüchte sehr gesund sind. Meistens schenken wir ihrer Schale jedoch kaum Beachtung und werfen sie weg. Dabei stecken gerade in der Schale viele gesundheitsfördernde Vitalstoffe, sogar mehr als im eigentlichen Fruchtfleisch. In der Zitronenschale befinden sich beispielsweise fünf bis zehn Mal so viele Vitamine wie im Saft der Frucht. 

Die äußerste wachsartige Schicht kann je nach Zitrussorte gelb, orange oder grün sein und wird Exokarp genannt. Es ist relativ dünn und steckt voller Drüsen, die wertvolle ätherische Öle enthalten. Wenn wir z.B. Orangen und Zitronen anschneiden und sie zu Saft verarbeiten, treten diese ätherischen Öle aus den Drüsen aus und entfalten ihren wohltuenden Duft. Das natürliche ätherische Öl von Zitrusfrüchten hat allgemein eine ausgleichende, besänftigende und klärende Wirkung auf unsere Psyche, weswegen es u.a. in der Aromatherapie und Parfums verwendet wird. In der Natur haben ätherische Öle die Aufgabe, die Frucht vor Fressfeinden zu schützen. Sobald sie mit Luft in Kontakt kommen, verflüchtigen sie sich. Ätherische Öle wirken antiseptisch, antibakteriell und entzündungshemmend und kommen daher auch in Hautpflegeprodukten zum Einsatz. So hilft Zitronenöl gegen lästige Hautunreinheiten. Direkt unter dem Exokarp liegt eine weiße, dickere und schwammartige Faserschicht, das Mesokarp genannt wird und sich vom darunter liegenden saftigen Fruchtfleisch (Endokarp) abgrenzt. Dieser Bestandteil der Schale wird von den meisten als bitter empfunden und deshalb in der Regel weggeschmissen. Dabei sind es gerade die enthaltenen Bitterstoffe, die DER Booster für unsere Gesundheit sind: 

Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd. Schon in der Mundhöhle beginnen sie, unsere Verdauung zu unterstützen, da sie Speichel freisetzen und so die Bildung von Verdauungssäften anregen. Bitterstoffe helfen zu entsäuern und zu entwässern und sorgen dafür, dass andere Vitalstoffe aus der Nahrung besser verwertet werden können. Wenn wir wieder mehr Bitterstoffe essen, was wir durch den Konsum von Fertignahrung regelrecht verlernt haben, werden unsere Geschmacksnerven wieder sensibler und unempfänglicher gegenüber industriellen Nahrungsmitteln. Sie helfen uns in unserem Bestreben nach einer natürlicheren Ernährungsweise. Bitterstoffe zählen zu den Bioflavonoiden, die zur großen Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören. Sie gelten als kraftvolle Antioxidantien, die unsere Zellen vor schädlichen Sauerstoff-Radikalen schützen und somit auch den Alterungsprozess verlangsamen können. Grapefruits und Pomelos enthalten z.B. verhältnismäßig viel Naringin, das nicht nur antioxidativ wirkt, sondern sich auch positiv auf die Blutfettwerte auswirken kann. Das Mesokarp von Orangen enthält etwa 20 Prozent mehr Hesperidin als das Fruchtfleisch. Hesperidin ist ebenfalls ein Antioxidans und hilft, den Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut zu senken; es hat zudem auch noch eine antimikrobielle und schmerzlindernde Wirkung. Studien verweisen auf die positive Wirkung von Bioflavonoiden wie Naringin und Hesperidin in der Krebstherapie. Neben den Bitterstoffen gilt die weiße Faserschicht von Zitrusfrüchten als eine der besten Quellen für Pektin, einem Ballaststoff, der auch in Äpfeln zu finden ist und für ein gutes Sättigungsgefühl sorgt. Darüber hinaus reguliert Pektin den Blutzuckerspiegel, da der zeitgleich aufgenommene Zucker aus der Frucht langsamer vom Körper verwertet wird.

Alles in allem bieten Zitrusfrüchte weit mehr als nur gesundes Fruchtfleisch, welches wir vor allem deswegen zu uns nehmen, weil es saftig, süß und erfrischend schmeckt und viel Vitamin C enthält. Wer das volle Potential dieser wundervollen Früchte jedoch ganz ausschöpfen und seiner Gesundheit etwas richtig gutes tun möchte, sollte regelmäßig die ganze Frucht verwenden. Denn nur so enthält Ihr Körper nicht nur Fruchtzucker, Vitamine und Mineralien, aber auch die wertvollen Bioflavonoide und sättigende Ballaststoffe. Achten Sie unbedingt darauf, nur unbehandelte Bio-Früchte zu kaufen, da nur diese ohne Pestizide angebaut werden und ihre Schale nicht gewachst wird. Sie werden überrascht sein, wie gut ein Zitronen-Smoothie schmeckt, z.B. mit dem frischen Saft von Orangen.

Herber Zitronen-Orangen-Smoothie (für 2 Personen)

  • 1 reife Bio-Zitrone mit Schale, entkernt 
  • 300 ml frischen Orangensaft (am besten frisch gepresst)

Die Zitrone gut abwaschen, halbieren und entkernen. Den Orangensaft in einen Standmixer geben und die entkernte Zitrone hinzugeben. Die Zutaten auf höchster Stufe zu einem cremigen Smoothie verarbeiten. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzugeben. Mit Pfefferminze garnieren und servieren.

Herber Orangen-Ananas-Smoothie (für 2 Personen)

  • 1 reife Bio-Orange mit Schale, entkernt
  • 300 ml Ananassaft (am besten frisch gepresst)

Die Orange gut abwaschen, halbieren und entkernen. Den Ananassaft in einen Standmixer geben und die entkernte Orange hinzugeben. Die Zutaten auf höchster Stufe zu einem cremigen Smoothie verarbeiten. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzugeben. Mit Pfefferminze garnieren und servieren.

Hinweis: Um die saure Wirkung der Fruchtsäuren auf den Zahnschmelz zu neutralisieren, sollten Sie nach dem Verzehr des Smoothies ein Glas stilles Wasser „kauen“ und trinken. Dies senkt den pH-Wert und schont unsere Zähne. Aber keine Angst: Fruchtsäuren können zwar den Zahnschmelz angreifen und je nach Empfindlichkeit auch Sodbrennen verursachen: Im Blut wirken Zitrusfrüchte alles andere als „sauer“. Sie tragen vielmehr zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei und helfen, den Organismus zu entsäuern.